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Pokalturnier 2008/2009

1. Runde:
01 Paul Wittmann (2007)       - Arthur Holland (1593)       1 / 2
02 Andreas Link (2006)        - Steffen Schöne (1688)       1 - 0
03 Herbert Hennemann (1424)   - Thomas Gebhard (1910)       0 - 1
04 Ludwig Kaiser (897)        - Thomas Ahlich (1885)        0 - 1
05 Peter Rauh (1081)          - Steffen Winterfeldt (1788)  0 - 1
06 Stefan Behlert (1703)      - Markus Klein (1550)         1 / 2
07 Peter Forche (1371)        - Viswanathan Anand (2783)*   1 – 0 KL
08 Jürgen Schubert (831)      - Wladimir Kramnik (2772)*    1 – 0 KL
* Diese beiden Schachfreunde wurden von uns persönlich eingeladen,
mussten aber anderweitigen Verpflichtungen nachkommen (WM-Kampf?).
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Der Modus unseres Pokalturniers ist das K-O-System, weswegen sich ab der zweiten Runde eine Teilnehmerzahl von 2n empfiehlt. Dieser –wie mir scheint– sehr gelungene Satz in deutscher Sprache erklärt wohl hinreichend die beiden Ergebnisse an den Tischen 7 und 8. - Doch nun zum Verlauf: Den recht eindeutigen Favoritensiegen von Andreas Link, Thomas Ahlich und Steffen Winterfeldt stehen die drei verbleibenden Paarungen gegenüber. So begutachtete Thomas Gebhard ausgangs der Eröffnung mit angstschweißnasser Stirn seine Stellung und musste feststellen, dass sein Gegner Herbert Hennemann nüchtern betrachtet glasklar auf Gewinn steht. Um dieser nüchternen Betrachtungsweise zu entrinnen, genehmigte er sich mit den –nicht zufällig- flanierenden Partygästen Jürgen Schubert und Peter Forche im Raucherzimmer ein klitzekleines alkoholhaltiges Getränk als Sofortmaßnahme. Derart mit Dopingmitteln aufgepumpt gelang es ihm schließlich unter Herberts gütiger Mithilfe das Blatt zu wenden. Derartig miese Methoden darf Paul Wittmann, der als unser Abteilungsleiter immer unter besonderer Beobachtung hinsichtlich seines Vorbildcharakters steht, natürlich nicht anwenden. Das musste er auch nicht, denn er stand in seiner Partie gegen Arthur Holland nie auf Verlust, ebenso wenig stand er jemals schlechter, doch von einer Gewinnstellung konnte auch nicht die Rede sein. Das resultierende Remis zeigt, wie bärenstark Arthur zu spielen in der Lage ist, wenn er sich entsprechend motivieren kann. Am Ergebnis der Tie-Break-Schnellpartie gab es dann allerdings nichts zu deuteln. Souverän brachte Paul die Partie nach Hause und zog verdient in die nächste Runde ein. Davon war Stefan Behlert weit entfernt. Schon in der Turnierpartie wurde er von Markus Klein nach einigen Fehlgriffen vollständig überspielt. Doch zum allgemeinen Erstaunen stellte Markus seine Gewinnbemühungen mit König, Turm, Läufer und Bauer gegenüber König und Turm urplötzlich ein und schlug die Punkteteilung vor! Da Markus allerdings auch in der Tie-Break-Schnellpartie einen unglaublich sicheren Punkt erzielte, ist sein Weiterkommen ohne jeden Zweifel gerechtfertigt.
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2. Runde:
01 Andreas Link (2006)        - Thomas Ahlich (1885)        1 - 0
02 Markus Klein (1550)        - Steffen Winterfeldt (1788)  0 - 1
03 Jürgen Schubert (831)      - Thomas Gebhard (1910)       0 - 1
04 Peter Forche (1371)        - Paul Wittmann (2007)        0 – 1
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Erneut wandelte Paul Wittmann zerknirscht durch unser Vereinsheim. Schuld daran war diesmal Peter Forche, der eine wirklich gute Partie gegen unseren Topspieler und Titelverteidiger spielte. Nach einer gediegenen Eröffnung hatte man als neutraler Beobachter bis weit in das Mittelspiel hinein eher das Gefühl, Peter stünde einfach etwas bequemer! Erst nachdem Peter in beidseitiger Zeitnot einen völlig verfehlten Figurenabtausch vollzogen hatte, gelang es Paul mit all seiner Routine die Partie für sich zu entscheiden: ein wirklich sehr spannendes Match! Weniger spannend verlief dagegen die Begegnung zwischen Markus Klein und Steffen Winterfeldt. Steffen hatte sich im beginnenden Mittelspiel einen Mehrbauern gesichert und einer rein technischen Verwertung dieses Vorteils stand kaum etwas im Wege. Deshalb spekulierte Markus mit einem –als vorübergehend geplanten- Figurenopfer darauf, die Grundlinienschwäche in der gegnerischen Stellung ausnützen zu können. Mit einigen präzisen Zügen zerstörte Steffen jedoch diese Hoffnung und feierte verdient einen schnellen Sieg. Einen ebensolchen von Thomas Gebhard zu verhindern hatte sich Jürgen Schubert vorgenommen. Und tatsächlich, erst im 38. Zug machte sich der Unterschied eines winzigen Bäuerleins zugunsten des zwar hoch gewetteten aber eher flach spielenden Favoriten entscheidend bemerkbar. Als Jürgen dann nach der Partie Autogrammkarten an seine treuen Anhänger verteilte, ereilte ihn wie so oft der Tadel seines Trainers: „Du musst besser auf deine Bauern aufpassen, das sind doch auch nur Menschen!“ Der Übergang von einer derartigen Weisheit zur  letzten Paarung fällt naturgegeben schwer. Auf jeden Fall war das Duell zwischen Andreas Link und Thomas Ahlich die hochkarätigste Auseinandersetzung dieser Runde. Dabei zeigte Andreas offenbar eine sehr schöne Leistung. Laut eigener Aussage wurde Thomas schlicht und ergreifend zusammen geschoben und hatte kaum Chancen, selbst aktiv zu werden. Wenn sich schon der Gegenspieler derart beeindruckt über seine Spielführung äußert, zeigt das wohl, wie hoch verdient Andreas den Kreis der Halbfinalisten komplettiert.
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Halbfinale:
01 Andreas Link (2006)        - Paul Wittmann (2007)        1 / 2
02 Steffen Winterfeldt (1788) - Thomas Gebhard (1910)       1 / 2
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Die Halbfinalpartien hätten unterschiedlicher kaum verlaufen können, doch letztlich endeten beide Partien mit einem Unentschieden. Dabei standen in der Auseinandersetzung zwischen Steffen Winterfeldt und Thomas Gebhard am Ende beide mit etwas längeren Gesichtern herum, da sie den sich entwickelnden Stellungstyp als jeweils recht günstig für sich eingeschätzt hatten. Als Eröffnung wählte Steffen natürlich seinen „Sokolsky“, gegen den Thomas nur unter enormen Zeitaufwand einen dann aber auch recht akzeptablen Aufbau kreierte. Dies führte zu einem Mittelspiel mit einem rückständigen weißen Isolani auf d4, dessen Schwäche durch einen erbärmlich schlechten schwarzen Läufer auf d7 kompensiert wurde. Beide glaubten besser zu stehen, beide täuschten sich offenbar und sahen diesen Irrtum dann auch nach 21 Zügen ein. Die umgehend anberaumte Tie-Break-Partie ergab dann mit vertauschten Farben einen ähnlich schwerblütigen Stellungstyp. Bei beidseitig hängendem Fähnchen stellte Thomas eine Falle auf, Steffen stellte einen Turm ein und überschritt in Verluststellung die Zeit.  Zu diesem Zeitpunkt waren unsere DWZ-Schwergewichtigen Andreas Link und Paul Wittmann in ihrer Partie bei einer Materialverteilung von König, zwei Türme und ein Bauer gegen König, Turm, Läufer und zwei Bauern angekommen und liefen kurz danach auch im Remishafen ein. Dabei hätte diese Schlacht aber allemal eine entschiedene Partie hergegeben. Vorbereitet bis in die Fingerspitzen hatte Andreas gegen die „Slawische Verteidigung“ Pauls die Initiative an sich gerissen. Längere Zeit sah es so aus, als ob die Stellung von Paul, der sich auch noch in hochgradiger Zeitnot befand, jeden Moment auseinander brechen müsse. Doch offenbar setzte Andreas nicht energisch genug nach, denn nach überstandener Zeitnot zeichnete sich bereits die eingangs skizzierte remisträchtige Position ab. Im Tie-Break in der darauffolgenden Woche ging der Krimi weiter: Nach einem Remis -trotz zwischenzeitlicher Mehrfigur- in der ersten, gewann Paul -ohne Mehrfigur- letztlich die zweite Partie im Bauernendspiel und ist Finalist!

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Finale:
01 Thomas Gebhard (1910)      - Paul Wittmann (2007)         
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Endergebnis

 Nr.  Rang Name  DWZ  1. 2. 3. 4.  Pkt.   BH  ±DWZ
1 1 Paul Wittmann 2007  6W½ 9S1 3S½ 2s+ 3.0 5.5 -10
2 2 Thomas Gebhard 1910  11S1 13S1 4S½ 1w- 2.5 5.5 -3
3 3 Andreas Link 2006  10W1 5W1 1W½   2.5 4.0 11
4 4 Steffen Winterfeldt 1788  12S1 7S1 2W½   2.5 3.0 10
5 5 Thomas Ahlich 1885  14S1 3S0     1.0 2.5 -9
6 6 Arthur Holland 1593  1S½       0.5 3.0 15
7 7 Markus Klein 1550  8S½ 4W0     0.5 3.0 0
8 8 Stefan Behlert 1703  7W½       0.5 0.5 -6
9 9 Peter Forche 1371    1W0     0.0 3.0 0
10 10 Steffen Schöne 1688  3S0       0.0 2.5 -4
11 10 Herbert Hennemann 1424  2W0       0.0 2.5 -1
12 10 Peter Rauh 1081  4W0       0.0 2.5 0
13 10 Jürgen Schubert 831    2W0     0.0 2.5 0
14 11 Ludwig Kaiser 897  5W0       0.0 1.0 0

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