Sie befinden sich hier:

SpVgg Zabo-Eintracht Nürnberg I - SK Schwabach 1907 I 4,5 : 3,5

"Wednesday war hide net canned…" (in English)
oder: "Mittwoch Krieg verbergen Netz eingedost…" (auf Deutsch)


Auch nach dieser siebten Runde bleibt unsere "Erste" weiterhin auf Erfolgskurs und führt nach dem nunmehr siebten Sieg souverän in der Tabelle der Kreisliga 1 mit weiterhin fünf Punkten Vorsprung auf die nächsten Verfolger von der SG Anderssen/Nürnberg 1978 I sowie vom SC Noris-Tarrasch Nürnberg VI. Dieser Satz kommt mir irgendwie bekannt vor, doch ich bin gerne bereit, ihn auch als Einleitung für die Berichte der nächsten beiden Runden wiederum zu verwenden! Zur Meisterschaft und damit zum Aufstieg in die Bezirksliga benötigen wir jetzt noch genau einen Mannschaftserfolg!

Doch dieses Mal erinnert unser denkbar knappes 4,5 - 3,5 mehr an einen Lottogewinn als an einen Wettkampfsieg und wirklich beklagen dürfen hätten wir uns auch nicht über eine Niederlage. - Als erstes endete die Partie von PAUL WITTMANN (Brett 1) nach 21 Zügen mit einem Remis. Nach der Misshandlung einer "Meraner Verteidigung im Damengambit" stand ihm geradezu der Schrecken ins Gesicht geschrieben und es wäre nahezu unmöglich gewesen, das Remisangebot seines Gegners MICHAEL HÖRATH, der offenbar theoretisch gewappnet in diese Auseinandersetzung gegangen war, abzulehnen. - Doch auch unser nächster Teilerfolg durch THOMAS GEBHARD (Brett 2) nach nur 23 Zügen stand unter denselben Vorzeichen. Nachdem ihn die Behandlung einer "Colorado-Defense" in der Eröffnung augenscheinlich überfordert hatte, stand er in der Endstellung unmittelbar vor einem nachhaltigen Bauernverlust. Das Friedensangebot seines Kontrahenten DANIEL UHLENDORFF war somit ebenfalls ein nicht abzulehnendes Geschenk. - Doch dann konnten wir mit einem Sieg durch PETER ZIEGLER (Brett 6) endlich einen Erfolg verbuchen. Nach einem "Morra-Gambit" als Eröffnung waren er und sein Gegenüber DIETER OBERNDÖRFER bis weit in das Mittelspiel hinein auf den Pfaden der Theorie gewandelt und verließen diese erst um den 20. Zug in einer messerscharfen Stellung! Aber unser Mannschaftsführer kam mit den Erfordernissen dieser Stellung offenbar besser zurecht und konnte seinen stetig steigenden Vorteil in einem Zeitnotduell zu einem Mattangriff verdichten und somit den Punkt spektakulär einfahren. - Danach war es an unserem Edel-Ersatzspieler PETER FORCHE (Brett 8), der diesmal den wohl aus theoretischen Gründen auf Sizilien weilenden ANDREAS LINK vertrat, unseren Vorsprung durch ein Remis zu wahren. Nach einem "Damenbauerspiel" in der Eröffnung verlegten sich er und sein Gegner DIETER LOTTRING zunächst auf Abtastmanöver, sodass es erst im 21. Zug zum ersten Schlagfall in der Partie kam. Danach wechselte der Vorteil mehrmals hin und her und nach überstandener Zeitkontrolle ergab sich eine dreifache Stellungswiederholung in nicht ganz klarer Stellung. - Natürlich baute hiernach CHRISTIAN BRENNER (Brett 3) unsere Führung weiter aus. Natürlich nur deshalb, weil er als unser ´100%-Mann´ immer gewinnen muss, um diesen Titel auch zu behalten! Nach einer "Schottischen Partie" in der Eröffnung, spielte sein Gegner WILLI PECHAN im 10. Zug eine eher zweifelhafte Fortsetzung, sodass unser ´Theoriehai´ die Initiative übernehmen konnte. Diese verdichtete er in der Folge zu einem Königsangriff, erzielte klaren Vorteil und gewann daraufhin Material sowie die Partie. - Über die nachfolgende Niederlage von GERHARD KELLER (Brett 7) gegen GERHARD SCHEUERLEIN kann ich mangels einer Partiemitschrift nicht alles berichten, doch die Begleitumstände waren recht dramatisch! Unser ´Staatsamateur´ war aus einer "Holländischen Verteidigung" heraus jedenfalls in Nachteil geraten, konnte die Stellung aber in der Folge zu seinen Gunsten wenden und lehnte deswegen auch ein Remisangebot seines Gegenübers inbrünstig ab. In Gewinnstellung überschritt er jedoch mit Ausführung seines 40. Zuges die Zeit. Ob und wie das Verhalten seines Kontrahenten dazu beigetragen haben mag, kann ich leider im Detail nicht beurteilen. Festzuhalten bleibt allerdings, dass ein Grundkurs in Regelkunde noch niemanden geschadet hat, auch einem ´Staatsamateur´ nicht. - Somit war ein Zwischenstand 3,5 - 2,5 für uns erreicht und unter Zuhilfenahme von Herrn ADAM RIESE war uns verständlich, dass das noch nicht zum Erfolg ausreicht. Als daraufhin MATHIAS BAUMANN (Brett 5) von seinem Gegenüber DR. NORBERT FLEISCHMANN in nebulöser Stellung ein Friedensangebot erhielt, zogen wir durch dessen Annahme die Variante des sicheren Mannschaftspunktes vor und mit 4 - 3 in Front. Dabei hatte sich die "Holländische Verteidigung" von MATHIAS BAUMANN in der Eröffnung durchaus gut angelassen und er erzielte in einem komplizierten Mittelspiel nicht unbeträchtlichen Vorteil. Jedoch, durch ein grobes Versehen verlor er den selbigen wieder und die Stellung nach der Zeitkontrolle stand wohl irgendwie ausgeglichen. - Somit hingen Wohl und Wehe dieses Wettkampfes an THOMAS AHLICH (Brett 4) und seine Partie kostete allen Zuschauern doch etliche Nerven. Zunächst war unser Mann nach einem "Damenindisch im Anzug" bescheiden aus der Eröffnung gekommen, konnte jedoch in einem undurchsichtigen Mittelspiel einen glatten Mehrbauern von seinem Gegner STEFAN TRAUSCH erbeuten. Als wir uns alle nur noch fragten, ob dieser auch zum Gewinn ausreichen würde, stellte dann THOMAS AHLICH ohne jegliche Notwendigkeit einen Läufer ein und es ergab sich bei obigem Zwischenresultat ein spannendes Endspiel. Dabei waren bei ungleichfarbigen Läufer und jeweils drei Bauern auf dem Königsflügel noch ein b-Bauer auf unserer Seite gegen einen feindlichen Springer auf dem Brett verblieben. Irgendwie schaffte unser Held das Kunststück, diese sicherlich verlorene Stellung zusammenzuhalten und sicherte uns damit einen wohl nicht verdienten Mannschaftssieg!

Zum Verdruss der gesamten Leserschaft habe ich neuerlich nicht gerade tief in meiner Witztruhe gewühlt und ermüde diese weiterhin mit ´Fränkischem English´! Zu euer aller Leidwesen gefällt mir das derart gut, dass ich leider noch kein Ende dieser Krankheit ankündigen kann. Zur Aufklärung: "Wednesday war hide net canned…", solltet ihr diese eben schlicht einmal nachschlagen. Die FIDE–Schachregeln geben zu den Vorkommnissen in der Partie zwischen GERHARD KELLER und GERHARD SCHEUERLEIN an Brett 7 eine eindeutige Auskunft, auszugsweise: "4.6 Wenn als regelgemäßer Zug oder Teil eines regelgemäßen Zuges eine Figur auf einem Feld losgelassen worden ist, kann sie in diesem Zug nicht mehr auf ein anderes Feld gezogen werden." und "8.1 Im Laufe der Partie ist jeder Spieler verpflichtet, seine eigenen Züge und die seines Gegners auf korrekte Weise aufzuzeichnen, Zug für Zug, so klar und lesbar wie möglich, in algebraischer Notation (…), auf dem für das Turnier vorgeschriebenen ´Partieformular´." Im Falle etwaiger Regelverstöße muss jedoch während einer laufenden Partie reklamiert werden und nicht nach deren Beendigung. Deswegen empfehle ich als Pflichtlektüre diesen Link: http://www.schachbund.de/intern/ordnung/FIDE_Regeln09.pdf ! [ZAPF]

 

Die Webseite verwendet Cookies, um die Dienste ständig zu verbessern und bestimmte Features zu ermöglichen. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie dieser Verwendung zu. Mehr Informationen